THERESA AKLIN-SCHWEIZER
1946 Geboren in Emmenbrücke, Schweiz
1961 - 1966 Lehrerseminar, Luzern, Schweiz
1967 - 1970 Schule für Gestaltung, Luzern und Ecole des Beaux Arts Genf
1970 Heirat mit Ernst Aklin, 5 Kinder
1985 - 1986 Aufenthalt auf der Insel Mauritius
Seit 1987 lebt und arbeitet Theresa Aklin in Südfrankreich
Ab 1970 Ausstellungen in der Schweiz, in Frankreich und England

 

Gefühlvoll eingetaucht in eine Blütenwelt voller Sehnsucht offenbaren die von satten Farben belebten Blumen die Unendlichkeit transzendentaler Gestaltung. Theresa Aklin verbindet Wirklichkeit und Traumwelt mit einem Hauch von Zärtlichkeit . So lässt sie die im Licht der Sonne klar begrenzten Blütenblätter in der Unendlichkeit weiblicher Empfindung des Seinsbewusstseins entgleiten und entrückt durch sanfte Abstraktion den Betrachter in eine Welt des Staunens. Was sich so kraftvoll entfaltet schwingt sich im von leuchtenden Farben getragenen Lichtermeer auf , Schwingungen im tiefsten Inneren erzeugend, der Schwere alles Irdischen entgleitend und doch verbunden mit dem Ursprünglichen einer Welt, die sich kreativ verwirklicht und die Verbindung zur Realität nie verliert.

Wer hineinsteigt in die Tiefe einer dieser Blüten wird gleichsam vom Staub der Pollen befruchtet und vom Nektar aufgesogen. Schmetterlingsgleich schwingt er sich in die Höhe, als ob die schwingenden Farben die betörende Welt der Düfte erfahren liessen, Selbst und Ueberselbst diesseits und jenseits in die Arme schliessend. Theresa Aklin lüftet Geheimnisse des Herzens, ohne die Verbindung zum Ursprünglichen zu verlieren.

Hinter dieser Welt findet sich eine Suchende, die auf dem Weg, im Begriff ist , Liebe zu säen, von der fruchtbaren Scholle ausgehend, sich vom Hauch des Göttlichen mittragen zu lassen. Gleichzeitig entwickelt sie die Kraft, Widerstände in Gegeben- heiten zu verwandeln und diese formgebend so zu gestalten, dass der Betrachter in die Welt der bezaubernden Gefühle, gleichsam schwerelos, sorglos und in inniger Verbundenheit mit dem Natürlichen und Uebernatürlichen, entrückt wird.

Diese Blumen stellen Fragen: Wer bist du? Wohin gehst du? Und ganz besonders:“Warum bist du?“ Diese Blumen machen durstig. Wer einmal von diesem Nektar getrunken hat, kommt immer wieder zu dieser Quelle zurück. Doch die Suchende weiss: Das Wasser einer fliessenden Quelle wird immer wieder neu geboren, es fliesst nicht einfach dahin; darin liegt der Hauch der Schöpfung. Im glühenden Licht der goldenen Abendsonne bereitet sich ein neuer Tag der Farbenpracht vor, die dem Ursprünglichen in nichts nachsteht. Von der Ewigkeit berührt schmiegen sich: Grün, Gelb, Rot, Violett, die ganze Farbpalette, gekrönt von einem betörenden Weiss, harmonisch in den Lebensweg des Betrachters, der sich diesem Kräftespiel lustvoll, neugierig und berauscht hingibt.

Felix Riedel