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Erotik und Humor, in Bronze gegossen

Sie heissen Agrippina, Zaza oder Riri. Sie schreiten auf schwindelerregenden Stelzenbeinen, thronen auf kolossalen Schenkeln oder räkeln sich im Vollgefühl üppiger Leibesfülle. Aber ist von der Kritik jemals gewürdigt worden, wie viel Komik, wie viel schöpferischer Schalk in dieser Bildhauerei stecken?

Womöglich muss man einmal gesehen haben, was für ein schelmisches Vergnügen es Ernst Aklin bereiten kann, eines seiner Werke zu kippen oder auf den Kopf zu stellen. Oder einen ahnungslosen Kunstbeflissenen damit zu verblüffen, wie er in der Hosentasche kramt, um daraus, als wäre es ein Schlüsselanhänger oder ein Talisman, eine kleine Bronzefigur hervorzuzaubern. Selten ist der obsessiv erotische Blick des Mannes auf das Weibliche so feinfühlig humorig wie bei Ernst Aklin. Seine Überzeichnungen des weiblichen Leibes mögen ins Monströse gehen oder gar Mischwesen erzeugen – wie «Poule» oder «Gallina» – sie sprechen doch immer die Sprache des Humoristen, niemals die des bissigen Karikaturisten.

Was immer Aklins Bronzefiguren verkörpern – die Urmutter? die Anima? die Göttin der Fruchtbarkeit? der Liebe? der Schönheit? – sie verkörpern es sehr intim. Diese Werke sehnen sich nach der Geborgenheit eines wohnlichen Zimmers oder dem Frieden eines stillen Gartens. Und bei näherem Zusehen offenbaren die körnigen, narbigen Stellen ihrer Oberfläche eine sensible, verletzliche Seele.

Patrick Frei

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